Tag der Tumulte

Do.04.04.2013
Irgendwie tut es schon weh, nach dem letzten Terassenfrühstück die Casa Paca zu verlassen. Die Gastgeber machten von uns noch Aufnahmen, mal sehen ob wir demnächst mit im Treppenhaus aufgehängt werden :-) Ein letzter Blick und unsere SUV’s nahmen den letzten Weg nach Nador auf.
0504_3
Unterwegs ein paar Einkäufe, das Kujambelgeld musste ja unter die Leute gebracht werden. Ein Bummel durch die Souks, auch hier wieder ein fazinierendes Treiben. Dann direkt zur Fähre nach Beni Ansar, der Fährhafen gehört eigentlich mit zu Melilla (spanische Enklave), wird aber durch eine Grenze abgeteilt.
0504_2
Was für ein Ort, was für dunkle Gestalten. Ich mag das im Moment garnicht beschreiben. Alle vier schlenderten wir dort auch noch mal über die Souks, zum Glück waren wir zu viert, keiner von uns hätte sich alleine hier rein getraut.
0504_1
Für den ersten Tumult an diesem letzten Tag in Afrika sorgte ein Bild von Polizisten, der aber nettlich gütlich endete. Ein Abschlussessen musste her und wir genossen noch mal Kalamaris gegrillt. Mittlerweile war es 19:00 Uhr Ortszeit und Zeit für unsere Anmeldung. Ach du meine Güte, was für Menschenmassen, die Menge überwiegte durch Marokkaner. Ein Anstellrichtung gab es nicht, irgendwie rein in diese Menschenmassen.
Ein erster Versuch dem zu entgehen, verlief ergebnislos, in dem wir in das Schalterhaus reingegangen sind. Ich stellte mich erstmal da mit rein. Hans Peter beobachtete die Autos und die beiden Frauen machten den zweiten Versuch dem Massenandrang zu entgehen, denn zuvor kam eine deutsche Offroadgruppe auch in dieses Haus und wurde nicht wieder rausgeschickt. Mittlerweile wussten wir auch, warum es nicht mit der Abfertigung klappte. Die IT ist ausgefallen und alle Unterlagen mussten mit der Hand ausgefüllt werden. Die Frauen schlossen sich mit den anderen Deutschen als Gruppe zusammen. Ich konnte mich in über 70 Min. mittlerweile 90 cm näher an den Aussenschalter bewegen. Wenn das so weiter geht, fährt die Fähre um 22:00 Uhr ohne uns ab. Dann kamen die anderen Deutschen mit den Fährpapieren raus. Die vielen draussen stehenden Marokkaner schauten schon alle skeptisch und fragten sich, warum die und nicht wir ?
Ich bekam ein Zeichen, das alles klappte und gab meinen hart erkämpften Platz frei. 15 Min später kamen unsere Frauen mit den Papieren raus und dann kam Unmut in der Masse auf. Wir versuchten schnell zu den Autos zu kommen, was uns auch gelang.
Das war Tumult Nummer 2.
Nummer 3 sollte sofort folgen. Beim Abfahren wurde HP von einen Parkwächter aufgehalten. In der Zwischenzeit versuchte sich jemand beim leicht rollenden Fahrzeug am Kofferraumdeckel zu schaffen zu machen. Ein Reflex von HP verursachte eine starke Bremsung und der Kerl haute mit dem Kopf an den halboffenen Kofferaumdeckel. Das rumste, HP sofort nach hinten und der Kerl mit den Rasterlocken verschwand in der Dunkelheit. Endlich waren wir im Zollbezirk und hatten Ruhe, noch mal Passkontrolle und Ausstempeln der Visa’s.
Neugierig wie Männer ja nun mal sind verursachte wir Tumult Nummer 4. Wir fotografieren und filmen ja gerne. Was in Barcelona bestens klappte versuchten wir auch hier und packten unsere Videoscams aufs Dach. Ich fuhr als erster Los und musste noch mal das Fahrzeug austragen lassen. Dann noch mal Zollkontrolle des Autos, wir könnten ja Haschisch illegal ausführen. Der nette doch ernste Beamte entdeckte meine Videocam und fragte was dieses komische Gebilde sei. Er sagte das er Deutsch könnte und schon erklärte ich ihm alles. Jaja, was dann wohl alles passierte, Unerlaubtes Filmen von Grenzbezirken und Grenzpersonal. Schon standen viele Offizielle um das Auto, auf einmal sprach er kein Deutsch mehr bzw. verstand auch nichts mehr. Ein Übersetzer musste ran. Martina unterstütze. Sie hatten kein Gerät um diese SD Card zu lesen, die Frage ob ich was hatte erklärte ich mit ja.
Schon war der Rechner draussen und die Karte drin. Ich führte den Film vor und alle Offiziellen waren überrascht, wie lustig sie bei der Arbeit aussahen und verfielen in Gelächter. Dann sollte ich den Film löschen was ich tat. In der Zwischenzeit wurden sie auf HP’s Kamera aufmerksam und das gleich vollzog sich noch mal. Dann war der eine Beamte weg, der meinen Pass zurück hielt. Es war noch 25 Minuten bis zur Abfahrt der Fähre. Ich wurde ermahnt und freigelassen (sage ich jetzt mal so, ich hatte die Hosen ganz schön voll) :-) Doch der Beamte fehlte, der wurde gesucht und er sagte, ich hätte de Pass schon was ich verneinte, er kramte in seinen Taschen und fand nichts ??? Was nun ?! Ich ging zum Auto und suchte dort, negativ! Dann rief er doch, das er ihn hatte. Endlich! Nein, wir durften jetzt zum Schiff vorfahren, dann noch eine Polizeikontrolle. Aber dann rauf auf den Seelenverkäufer Oleander der Acciona Fährgesellschaft.
Das Auto stand dann noch vor einem Sicherheitsschott, das war denen aber egal, als wir nachfragten. Denn sie wissen nicht was sie tun !
Endlich in der Kabine, dann das obilgatorische Auslaufbier mit dem Wunsch am nächsten Morgen heil in Almeria Spanien anzukommen.

Fr.05.04.2013
Eine ruhige Nacht auf der Fähre, wirklich! Die Nacht war nur kurz, wir kamen spät ins Bett, die Fähre legte mit Verspätung ab. Um 08:00 rollten die Autos mit uns dann runter. Gegen 21:45 bezogen wir ein Hotelzimmer in Orange / Frankreich nach 1200 km. Morgen kommt der Rest von 1525 km nach Kiel. Es wird eine lange Nacht.

die Sache mit der Wunderlampe

Abschied nehmen ist nicht einfach, wir haben nun soviele Länder in Europa bereist. Kennen Europa mittlerweile übertrieben ausgesagt fast aus der Westentasche. Es wurde Zeit, den Schritt auf einen anderen Kontinent zu wagen. Wenn auch nur ein kleiner Schritt nach Marokko / Nordafrika. Für uns aber ein Eintauchen in eine völlig andere kulturelle Welt. Der Islam ist uns bekannt und wir haben ihn hier auf einen andere Weise wie bei uns dargestellt kennengelernt, anders wie im Vorderorient oder wie bei uns. Vielleicht wird er hier anders gelebt, wir aber haben uns über diese Art und Weise dieses durch diese liebenswerten Menschen gefreut und mitgenommen. Alleine die Art und Weise, wie die Menschen selber miteinander umgehen war uns nicht bekannt.

Diese Ruhe und Gelassenheit haben wir ein bisschen miterlebt und gestern auch gelebt. Rund um unsere Casa Paca herum mit dem tollen Blick auf das Meer, auf eine spanische Insel einige hundert Meter vor dem Strand. Ein sehr langer Strand mit feinem dunklen Sand, mit Wasserschildkröten und Landschildkröten, dazu mit einer fazinierenden Fauna.

0404_3
0404_2
0404_1
0404_4

Abends mit unseren Freunden bei einer Paella und Wein zu sitzen, genau so, wie der Urlaub gemeinsam in Spanien angefangen hat. Eine absolut empfehlenswerte Paella mit leichten Fisch Tapas vorweg. Das gibt der Seele noch einmal die nötige Energie für die nächsten Monate in der Arbeitswelt.

abschluss_mit_vuxwolf

Ein Fazit werde ich noch mal von zu Hause verfassen, wenn einige Tage nach der Reise vergangen sind und sie so richtig wirkt. Eines wissen wir jetzt schon, nicht nächstes Jahr, aber das Jahr darauf ist das unsere Richtung, die wir verfolgen werden.
Ob mit SUV, Motorrad oder etwas anderen, das sagt uns die Wunderlampe oder der Geist der in dieser steckt und sich in unserem Herzen Platz verschafft hat.

Ruhe und Genuss

Di.02.04.2013
Die letzten Tage gelten zum abspannen. Man spürt schon, das wir bis jetzt fast 6000 km von Kiel aus im Auto zurückgelegt haben, die vielen Eindrücke und Erlebnisse müssen verdaut und verarbeitet werden. Von hier aus bis Nador sind es nochmal knapp über 100 km, dann geht es mit der Nachtfähre nach Almeria. 2 Tage pures Autofahren bis nach Kiel. Eine tolle fazinierende Reise ins Land der Wunderlampe neigt sich allmählich dem Ende.

Der Markt in Al Hocaima zeigt sich völlig anders wie in den anderen marokkanischen Städten und Orten. Mehrere Hauskomplexe gleicher Bauart (marokkanische Messehallen ??) :-), die beide innerhalb zwei Ebenen haben. Jedes Haus hat vier Eingänge und verweist einen Gang auf das andere Haus. Die untere Ebene für entweder Lebensmittel oder Haushaltswaren, oben findet man dann meist Bekleidung und Stoffe.
0304_6
Das erste mal wird man nicht von irgendwelchen Menschen belatschert, die Geschäfte machen wollen. Absolut reelle Preise, jetzt wissen wir erst, wie wir teilweise während des ganzen Urlaubs über den Tisch gezogen worden sind. Hätte man das vorher gewußt, hätte es vielleicht viel mehr Spaß beim aushandeln bringen können. Kein Problem, den Spaß hatten wir trotzdem.

0304_1
Uns zog es nach Cala Iriss. Im Reiseführer war der kleine Ort interessant beschrieben. Zwischen Al Hocaima und Cala Iriss befindet sich der Al Hocaima Nationalpark, der machte uns sehr neugierig. Eine ruhige Küstenlinie, die noch nicht so vom Tourismus heimgesucht wird. Aber auch das soll sich ändern. In Cala Idriss sollen 1000 Betten entstehen und in Al Hocaima 100.000 Betten, das alles bis 2015.
0304_2
Cala Idriss zeigte sich hauptsächlich durch einen kleinen industriellen Fischerhafen und etwas westl. oberhalb gelegen ein Gästehaus und ein Campingplatz. Man erreicht ihn über eine Piste, die sich leicht oberhalb schlängelt.
0304_3
Von dort aus geniessen wir den Überblick über die Küstenlinie. Der Magen knurrt auch irgendwie und wir fragen im kleinen ansässigen Restaurant (welches zum Camping gehört), ob wir Essen können. Die Entscheidung viel auf Fisch, schließlich sind wir am Meer und so kleinen fritierte Fische hätten mal was.
Er bräuchte für die Zubereitung 45 Min, wir hätten Zeit noch einen Spaziergang zu machen. Also runter zum steinigen Strand und das Meer geniessen. Gerade oben wieder angekommen war der Tisch eingedeckt und uns erwartete eine riesige Fischplatte, die wir zu viert wirklich nicht schafften. Keine kleinen Fische wie erwartet, gab es hier einen bunte Auswahl der verschiedensten Fischarten. Lecker und Pappsatt entschwanden wir dem kleinen Einod.
0304_5
0304_4
Der Abend klang bei einem verträumten Blick auf die von uns unterhalb liegende Insel und bei Geisterfotos aus.

Kurs Nord

So. 31.03.2013

Tag der Kilometer Kurs Nord. Ein fast langweiliger Tag im Auto Richtung Norden. Man spürt wie es ist, wenn man wieder Richtung nach Hause fährt. Alle sagen, die Zeit in der Wüste hätte länger sein können. An diesem Tag schafften wir einiges an Kilometern. Unterwegs stoppten wir in der Blue Source de Meski. Ein nettes Willkommen von den Einheimischen mit nützlichen kleinen Tipps liess uns dann doch eine augedehntere Pause zu wagen. Ein reine Quelle mit Wasser, Badebecken zum abkühlen, eine alte angebliche Tuareg Kasbah auf einem Felsen. Dazu alles umrundet von einer Oase, Palmen und Bewässerungsgräben.

3103_4

 

Der Trip gen Norden führte uns bis Serfouk. Dort kamen wir später an, fahren bis Einbruch der Dunkelheit. Ein Hotel war im Reiseführer beschrieben, dennoch war es übelst. Also kamen die Schlafsäcke mit rein und dann fühlten wir uns doch wohler.

Ostermontag, der Morgen weckte uns mit Regen, das bei nur 12°C. Einfach gruselig die Temperaturen, wenn man wie wir direkt aus der Wüste kommen. Ein Stop beim nächsten Cafe auf einen Pfefferminztee weckte die Geister, der Trip führte uns über Fes und das Rif-Gebirge nach Al Hoceima an der Mittelmeerküste. Mittagspause war einige Kilomter vor Ketamata. Hauchdünne Rindfleisch Koteletts direkt vom Feuer, mal sehen was der Magen und Darmtrackt dazu sagt.

3103_1

Wenn in so einem Bergdorf Touristen wie wir auftauchen werden die Menschen neugierig. Bekannt ist das Rif Gebirge unteranderem für den Haschisanbau. Kaum drin in der Bräterei kam schon jemand und bot uns ein Stück Haschisch an, wir lehnten dankend ab. Auf der kurvigen Bergstrecke hupten uns einige Fahrer mit dem Handzeichen „Rauchen“ an, in der Hoffnung ein paar Gramm loszuwerden.

Flussüberquerung unterwegs

3103_2

Am frühen Nachmittag kamen wir nach Al Hoceima, die Hotels waren in diesem schnell entwickelnden Badeort zu teuer. Ein kleines Stück ausserhalb nehmen wir uns  Zimmer in der Casa Paca Pension mit direkten Blick auf das Meer. Müde vom vielen Kurvenfahren und einem Glas Wein mit marokkanischem Hühnchen schwanken wir ins Bett.

.

 

wenn kleine Jungs in der Sandkiste spielen

Sa. 30.03.2013

ein wundervoller Tag, vielleicht etwas heiß tagsüber bei 38°C im Sand. Hans Peter als Wüstenvux bekannt für seine Findigkeit der schönsten Strecken innerhalb der Wüsten. Mir selber war es unheimlich die Reifendruck auf knapp 1.25 bar abzulassen und bin dann lieber nur die kleinen Dünen gesurft. Hans Peter aber wagte sich in die größeren hinein und war höllisch glücklich im Sand. Hier kamen wirklich die kleinen Jungs wieder durch, wie sie in der Sandkiste mit den Autos spielen. Doch war es absolut neu für uns, so eine große Sandkiste mit Sanduhrsand für die Autos vor zu finden.

3003_1

3003_2

Foto by M.Wöhler

Zuvor waren wir allerdings in Erfoud. Markttag, was für ein Treiben! Alles spielte sich um das Marktgelände ab. Was für unterschiedliche Menschen, was für Angebote, welche Stimmen, was für Geräusche, was für Waren. Wir feilschten kräftig und die Mädchen hatten mächtigen Spaß. Feigen, Datteln, ein Kaftan, Kopftuch und einiges anderes mehr. Gerade weil es hier in der Hitze keine Ostereier gibt, wählten wir dementsprechend Oliven.

3003_4

Spaß hatten wir beim Schlachter, man muss sich einfach an die Umstände gewöhnen.

3003_6

Man darf nicht vergessen, das wir hier in Afrika sind, wenn auch nur der Norden Afrikas. Bei uns dauerte die Umstellung auch ein bisschen, aber der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier, zum Glück keine Ziege, der hier das Fell von dem Herrn unten über die Ohren gezogen worden ist.

3003_5

3003_7

Eigentlich wollte ich auch einen Tuareg aus dem Kaftan hauen, aber die Menschen sind hier so lieb, das es nur beim Feilschen blieb und das ist gut so. Beim Feilschen zwischen Berber und Barbar hatte ich den Preis ausgehandelt, den ich mir vorgestellt hatte. Alleine der Gedanke es es dreimal einen Final Price gab ist schon fantastisch. Dreimal Abschied nehmen und jedes mal kam ich meinem Preis näher.

3003_8

Ausgestattet sind wir mittlerweile sehr gut, so das es sicherlich im nächsten Winter der jetzt bei euch noch nicht zu Ende ist eine interessante Mulitivisionshow geben wird.

3003_9

Morgen geht es Kurs Nord, wir haben uns vorgenommen das überhitzte Auto wieder nach Kiel zu bringen, die Türen auf zumachen und den Frühling für Euch mit zubringen.

 

orientalisches Treiben

Fr.29.03.2013

Was für ein Traum! Im Zelt am frühen morgen um 06:30 Uhr angenehme Temperaturen. Freunde aus Kiel schreiben, das es immer noch so kalt ist. Hier morgens um die 23°C, das am morgen mit Blick auf die Dünen des Erg Chebbi. Einfach nur das Zelt aufmachen und schon sehen wir die Palmen und die wundervollen Dünen. Sehr liebenswerte Menschen, die hier in unserer Auberge La Roche in Merzouga um uns herum sind. Man spürt, das sie unheimlich neugierig sind. Dennoch aber immer irgendwie auf ein Geschäft aus.

Den Tag lassen wir relaxt angehen, wir werden heute mal keine Strecke zurück zulegen. Wir haben uns hier für 3 Tage einquartiert, bevor der Run in den Norden wieder los geht.

Nachdem Frühstück machten wir die Fahrzeuge leichter und wollen uns Flamingos anschauen, die hier nur einige Kilometer weg sind.

Beim Tanken spürten wir den Wüstenrallye Charme, viele Offroad 4×4 Rallyefahrzeuge mussten tanken, da mussten wir schon mal warten. Direkt dann zum See, der nur bis Mai Wasser trägt. Von einer Anhöhe sahen wir dann die Flamingos. Wir stellten sehr schnell fest, das es sehr vorsichtige Vögel sind, die sich bei Annäherung doch ängstlich zurückziehen.

2903_5

Der Weg nach Rissani zeigte nur Wüstensteppe, dann tauchten wir gleich in die gemächliche Tageshektik des Orient ein. Auf dem Parkplatz wurden wir gleich von einem falschen Fremdenführer angesprochen und belagert, nach der Frage, ob er uns seinen Ausweis zeigen würde, sagte dieser, sein Bruder hätte ihn :-)

Kurze Zeit später kam sein angeblicher Bruder und fragte uns sehr höflich, ob er uns führen dürfte. Er zeigte seinen richtigen Ausweis und wir liessen uns überreden. Es ist schon was anderes ob man alleine oder mit Führer geht. Alles wird noch zugänglicher. Interesse zeigten wir für den großen bekannten Markt in dieser Region. Leider war kein Markttag, dennoch waren einige Läden geöffnet.Doch spürte man seinen Geschäftssinn und so landeten wir doch gleich beim Gewürzhändler, das zog sich dann bis zum Teppichhändler. Tolle Farben die uns begeisterten, da kann man schon schwach werden einen mitzunehmen.

2903_6

Die Kasbah in Rissani ist so richtig ursprünglich, der Rundgang lohnte sich. Kleine dunkle Gassen, hier und da spielende Kinder und Frauen, die ihren morgentlichen Tratsch hielten.

2903_4

Einen Tee in Ruhe und der Ritt in die Dünen begann. Auch hier zeigten sich die SUV’s wieder Wüstentauglich. Nicht das wir die großen Dünen befuhren, die kleinen reichten uns schon. Auf Sand zu fahren ist schon was besonderes, nirgendwo hat man bei uns diese Möglichkeiten.

2903_04

Den Tag liessen wir in unserer Kasbah ähnlichen Auberge mit orientalischer Trommelmusik ausklingen

verzaubert vom orientalischen Ambiente

Sa.23.03.2013

Die Autos standen sicher vor der Stadtmauer und wir wurden morgens freundlich von den Wächtern empfangen. Das war nicht der letzte Abschied aus dieser Stadt. Die Strecke ging über den Hohen Atlas, dort passierten wir den Tizi-n-Tick Pass, eigentlich hatten wir dort Schnee erwartet. Einige Kilometer hinter dem Pass bogen wir in eine Piste ab, die für 4×4 Fahrzeuge geeignet war ab. Ein traumhafte Bergkulisse bot sich unseren Augen. Eine Pause liess uns die ersten Offroad Übungen mit Fahrzeugen zu machen.

2303_1

 

Ziel war Ait Ben Haddou. Dort quartierten wir uns auf einem kleinen Camping ein. Eigentlich sollte es ein Berberzelt sein. Wir stellten unsere Zelte auf und machten es uns unter dem Berberzelt ähnlichen Gebilde gemütlich. Eine kleine Entdeckungstour durch das Ait Ben Haddou verzauberte uns wieder. Alles alte Lehmbauten, die schon für viele Filme als Kulissen diente. Hier und da sind in den Gassen die Läden, wo wir natürlich fast reingezogen worden sind. Es wurde gehandelt und gesprochen. Es wurde gelacht, wieviel Kamele wir für unsere Frauen bekommen. Dann lernten wir Hassan kennen, der irgendwie einen orientalischen Charme hatte, er erklärte uns einige Symbole der Berber und Touareg. Hassan war so an unseren Shirts interessiert, das Hans Peter ihm seines was er auf dem Körper trug gleich zum Tausch anbot.

2303_2

Am Ende saßen wir bei ihm und er bereitete uns einen Tee zu. Der Abend klang bei leckerem selbstgebruzelten Essen aus.

 

So.24.03.2012

Am Morgen sind Martina und ich noch mal in die alte Stadt hochund besuchten Hassan, tauschten und handelten. Ergebnis waren zwei kleine Wunderlampen, die uns auf unserer weiteren Reise Glück bringen sollen. Als Geschenk gab es für die Frauen noch die Hand Fatimas als Ohranhänger. Aufbruchstimmung, wohin wird uns dieser Tag bringen. Erstes Ziel war Tazenakht. Unglaublich, wir tauchten in eine völlig andere Welt ein. Diese Farben, dieses Licht, die Menschen, immer freundlich. Teilweise aber auch lästig, wie jeder auf seine Art versucht was zu ergattern. Als Ziel für diese Tagesetappe hatten wir uns die Cascaden von Tissinnt ausgesucht. Unterwegs entdeckte Hans Peter einen Oeud zum Sandspielen mit den Autos.

2303_3

Der erste Versuch ergab tolle Bilder, was dann allerdings im einbuddeln des Fahrzeugs endete. Ein paar Fehlversuche waren doch, als noch mehr Sand schippen, die Hilfsmatten drunter und dann wurde er mit dem Tiguan befreit. Das vorherige reiben der kleinen Wunderlampe brachte uns Glück.

In Tissinnt angekommen fanden wir die Cascaden nicht, aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit suchten wir die Übernachtung im Berberzelt. Ein Track führte uns in ein einsames Tal eines Oued. Erst beim genaueren Hinsehen entdeckten wir die Berberzelte. Es mag keiner glauben, aber es wie in 1001 Nacht. Wir speisten draussen Coscous, bei Kerzenschein.

2303_4

Wir übernachten in diesen liebevoll hergerichteten Zelten und hatten eine sternklare Nacht. Der fast Vollmond erleuchtete diese tolle Landschaft. Wo sind wir eigentlich, wir mussten unsere Augen reiben, ob es wirklich wahr war.

2303_5

 

Mo.25.03.2013

Ein Frühstück draussen wieder in dieser irren Landschaft. Heute soll es Offroad über Pisten gehen. Erstmal zurück nach Foum Zouid und dann über eine 160 km lange Piste mit Ziel Mhamid. In der ersten Stunde schafften wir gerade mal 20 km, reine Geröllpisten und viele Wadis machten uns den Weg schwer. Ich bekam immer mehr Vertrauen zu dem Tiguan. Die Aufrüstung des Fahrzeuges hatte sich gelohnt. Teilweise hatten wir sehr steile Ab- und Auffahrten durch die Wadis. Wir passierten einige Häuseransammlungen. Wenn hier was mit den Fahrzeugen passiert wären wir aufgeschmissen. Nicht mal ein Handynetz. Nur Nomaden die hier lebten.

2303_6

Dementsprechend fuhren wir auch sehr vorsichtig. Unweit der Dünen Erg el M’hazil liegt die Algerische Grenze, vielleicht gerade mal 50 km weiter östlich. Die Dünen sahen wir nur aus der Ferne. Diese lange Fahrt war sehr anstrengend und wir mussten die Piste wirklich wie ein Radar absuchen, das wir nirgendwo aufsetzten. 60 km vor dem Ziel fuhren wir auf dem ausgetrockneten Lac Iriqi, endlich mal wieder etwas Speed um Kilometer zumachen. Mittlerweile setzte mein Garmin Navi Zumo 660 aus. Der Akku scheint seinem Leben ein Ende zu bereiten. So verliessen wir uns auf die Navigation von Martina und Hans-Peter. Problem war immer die Staubwolke, um ihrer Spur zu folgen. Das Ziel rückte näher und dann kamen die Dünen vor Mhamid. Menno hatte ich eine Panik mich dort wie vorherigen Tag festzufahren. Wenn Hans Peter seinen GLK festsetzt und ich direkt hinter ihm bin, sitzen wir beide drin und was dann. So kamen wir auf die Idee immer näher zusammen zurücken und immer wieder aufeinander zuwarten. So konnten wir der Sandspur immer sehr gut folgen. Teilweise kam Dakar Rallye Feeling auf. Schade das auf den Videoaufnahmen die Strecke nicht so rüber kommt. Es waren die letzten 10 km vor dem Ort, die richtig kritisch waren, aber gemeinsam schafften wir das und waren alle sichtlich froh durchgekommen zu sein. Einheimische sagten, wir sollten dort nur mit 4×4 Fahrzeugen fahren, für unsere Fahrzeuge eigentlich nicht machbar. Einfach beeindruckend, was diese SUV’s doch können und die Elektronik alles ausregelt. Beachtlich, den wir sind fast nur im ersten und zweiten Gang mit Vollgas durch die Dünen. Auch wenn sie nicht hoch waren, so waren die steilen Wind abgewandten Kanten doch sehr Steil.

In Mhamid erwartete uns wieder orientalisches abendliches Treiben. Der Camping war schnell gefunden und uns Lager für die Nacht aufgebaut. Einfach wohlfühlen, alleine diese angenehme Wärme am Abend war was traumhaftes.

Di. 26.03.2013

Ein wundervoller Morgen, dieses orientalische Ambiente, das schon am frühen Morgen. Raus mit den Kochern und einen frischaufgebrühten Kaffee, der stärkt am Morgen die Lebensgeister. Packen und weiter Richtung Ouarzazate. Einkaufen und Zagora und schon stand ein Werkstattwagen neben uns. Wir sollten doch mit kommen und nur Bilder von unseren Wagen vor seiner Werkstatt machen. Warum nicht! Eine echte Werkstatt, kein Verkauf und nichts. Die Jungs aus der Werkstatt waren begeistert und zeigten mit voller Stolz mit welchen Rallye Größen der legendären Paris Dakar Rallye sie schon fotografiert worden sind und welche Fahrzeuge sie schon repariert haben. Da hatten wir mächtig Spaß beim angebotenen Tee. Eine Mittagspause in der Stadt und wir mussten sehen das wir weiter kommen, um unser Tagesziel zu erreichen.

2303_7

Tatsächliche 37°C in der Sonne. Quarzazate erreichten wir am frühen Abend und blieben einfach am Campingplatz.

Mi. 27.03.2013

Tatsächlich kamen wir früh hoch und sind gleich in die City von Quarzazate gefahren. Uns machten die Filmstudios neugierig. Hier sind viele amerikanische Hollywood Stars am arbeiten gewesen und drehten weltbekannte Filme in der tollen Kulisse aus Pappmaschee.

2303_8

 

Es gab eine interessante Etappe durch die Berge von Skoura nach El Kelaa Gnoum. Irgendwie verpassten wir den richtigen Einstieg und gelangten auf eine Bergpiste, die Autos passten gerade auf die Piste, rechts der tiefe Abgrund und links der Fels. Richtig abenteuerlich, dennoch überkam uns die Angst und wir brachten ab. Selbst wenn uns der Mut nicht verlassen hätte, wären wir mit der Zeit nicht hingekommen und wären in die Dunkelheit reingefahren.

2303_9

Hans Peter tat uns leid, es ist seine Leidenschaft solche Strecken zu fahren, er wäre gefahren.

2303_10

An seiner Seite fühlt man sich auch sicher, aber uns restlichen Dreien war einfach zu unwohl bei der Sache. Also drehen auf engsten Raum und zurück, das alles dann auf direkten Wege und wir suchten uns einen Camping in El Kelaa Gnoum.

Do. 28.03.2013

Tagesziel ist Merzouga am Erg Chebbi. Zuvor fuhren wir in die Dades Schlucht, wirklich einen Sehenwürdigkeit der Natur.

2303_11

Weiter zur Todrha Schlucht, fazinierend was die Natur in Jahr Millionen geschafft hat. Dort schauten wir uns das massenhafte Touristentreiben an. Aber es ist halt eine Sehenswürdigkeit, die man mitnehmen muss.

2303_12

Ein Mittagessen bei Berber Taghine auf einer schönen Panorama Plattform stärkte uns für die nächsten 236 km. Im Dunkeln kamen wir in Merzouga am Erg Chebbi an. Wir geniessen die Nacht direkt an den Dünen. Tatsächlich hatten wir das Glück einen Mondaufgang über den Dünen miterleben zu dürfen.

 

 

immer weiter….nach Marrakech

Mi. 20.03.2013
Die Reise geht südlicher. Das Wetter zeigt sich besser und angenehmer. Dennoch klettern wir mit den Autos bis auf 1850 MüN, spürbar verringern sich die Temperaturen bis auf 7°C. Ziel ist die größte Zeder Marokkos, mit einem Stammumfang von 10 Meter und einer Höhe von 40 Metern ein imposantes Bäumchen und die Landschaft des Zedernwaldes. Den Weg von Iframe dort hin war nicht leicht zu finden.
2203_1
2203_2
Eine kurze Suche im Navi und schon war sie da und der Weg wurde zu einem Spaß für uns, endlich mal offroad über Pisten fahren, dazu eine kleine in unseren Augen unsichere Brücke und dann hoch zu der Zeder. Dort erwarteten uns schon die Makabenaffen. Lustige putzige Tierchen, die aber sichtlich vom Kamerageklabbere beim Auslösen des Bildes negativ beeindruckt fühlten und versuchten dann auf das Objektiv zu schlagen, das tatsächlich mit Erfolg. Weiter ging der Weg mit uns vieren über Pisten durch den wundervollen Zedernwald, wir genossen diese unbefestigten Wege und versuchten hin und wieder auf noch schmäleren Pfaden zu fahren, die leider im Nirvana endeten.
2203_3
Eine wirklich tolle Natur wurde uns geboten, so schlenderten und genossen wir die vergehende Zeit. Machten  einen Koffeestop in der Pampa, dort gabs selbstgebruzelten Koffee. Endlich durften wir unsere Utensilien rausnehmen.
2203_4
Die Zeit verging sehr schnell und wir benötigten eine Unterkunft, leider war im ganzen Umfeld von Khenifra nichts zu finden. HP hatte als Vorsorge schon etwas im Wald gefunden, das galt dann einfach als Notlösung. Wir hatten Glück und fanden eine kleine Auberge, namens Auberge Khenifra. Der Wirt wusste schon warum er den Preis so hoch ansetzen konnte, aber besser als nichts. Ja wenn man kurz vor der Dunkelheit in der Wildnis noch was sucht, das Geschäft lohnte sich für ihn. Die Freude war unsererseits, das wir ein Bett hatten und Essen bekamen.

Do. 21.03.2013
Ziel war eigentlich Marrakech, das sollte dennoch wieder warten. Der Weg war schon in die wahre Richtung.
In Beni Mellal war Markt, was für ein Treiben. Hinz und Kunz, ein riesen Spektakel.
Hinter Beni Melall bogen wir in die Berge rein und schraubten uns wieder in die Höhe. Strassen ohne Bankette, wow welch überwältigens Ereignis wenn wir überholen mussten. Am besten Beten das alles gut geht, naja sonst würde ich hier nicht mehr schreiben. Aber man durfte schon so manchmal bangen ob das gut geht. Entschädigt wurden wir mit eine Mittagspause am See Bin el Quidane.
2203_6
Gleich kamen wieder Leute an und brachten uns 3 Spiesse mit Fleisch vorbei. Von dort sind wir dann direkt zum Camping Zebra bei Ouzoud durchgefahren.
2203_5
2203_7
Dort wurden wir herzlichst aufgenommen. Am Abend gab es Marokkanisches Büffett, das sogar mit Trommelspiel zur Unterhaltung. Am Tisch lernten wir noch einen Holländer aus der Nähe von Eindhoven kennen, der seine 8 Wochen Urlaub zum größten Teil in Marokko verbringt. Von ihm bekamen wir einen sehr guten Tip mit dem Riad Aicha in Marrakech. Einfach fazinierend war der Abend mit den ganzen Eindrücken, ein gelungender Tag ging mit bestem Wetter zu Ende.

Fr. 22.03.2012
Am Vorabend noch warm im Zelt spürten wir nachts eine Kühle und morgens kroch irgendwie nasse Kälte ins Zelt. Morgens erwachten wir früh und tatsächlich gab es wieder eine Wetteränderung. Ein bisschen Nieselregen, dennoch nicht soviel, das wir das Frühstück draussen geniessen durften.
Erstes Ziel waren die Cascaden von Ouzoud.
2203_8
Gerade mal 5 Minuten vom Camping entfernt. Beeindruckend wie die Wassermassen hier viele viele Meter in die Tiefe stürzen. Martina hatte noch einen guten Tip aus ihren Reiseführer der uns über sehenswerte Strassen wieder auf die N8 nach Marrakech bringen sollte.
Die Strasse ist super ausgebaut und wir fanden das Riad Aicha auch sehr schnell. Noch mal frisch machen und dann auf in die Souks von Marrakech.
2203_9